Freitag | 18.09.2026 | 19 Uhr
Musa Deli
Unsichtbare Mauern

© Musa Deli
Warum unser Paradigma der Integration scheitert - und Migration Zukunft statt Bedrohung bedeutet 30 % der Bevölkerung haben Migrationshintergrund. Institutionen, Integrationsbeauftragte und politische Konzepte vermitteln den Eindruck, es sei vieles auf einem guten Weg. Doch die Realität sieht anders aus: Noch immer bleibt gesellschaftliche Teilhabe vielen Migrantinnen und Migranten verwehrt, noch immer dominieren stereotype Bilder die öffentliche Debatte - von Clankriminalität bis Parallelgesellschaft. Was Integration blockiert, sind nicht nur fehlende Maßnahmen, sondern unausgesprochene Erwartungen, stille Normen und tief verankerte Bilder von Zugehörigkeit. "Die Mauern, die uns trennen, stehen nicht zwischen Kulturen - sie stehen in den Köpfen derer, die glauben, sie hätten keine" sagt Deli und zeigt in seinem neuen Buch auf, dass Integration nicht nur an Migrantinnen und Migranten scheitert, sondern auch an einer Dominanzgesellschaft, die Vielfalt nur akzeptiert, wenn sie möglichst unsichtbar bleibt. Diese Mauern wirken nicht laut, sondern leise - in Klassenzimmern, Ämtern, Betrieben und Alltagsbegegnungen. Gerade weil sie unsichtbar sind, prägen sie Biografien, Selbstwert und Chancen über Generationen. Mit großer Klarheit benennt das Buch, was sich ändern muss, damit Deutschland nicht nur migrationspolitisch funktioniert, sondern wirklich offen und chancengleich wird - für alle. Zur Person: Musa Deli ist Sozialpsychologe, Referent und Leiter des Gesundheitszentrums für Migrantinnen und Migranten in Köln. Zum Thema Interkulturalität schult er bundesweit Institutionen und Fachabteilungen. Seine Publikationen befassen sich mit den Themen Migration und Gesundheit, Integration und Interkulturelle Öffnung. Er schreibt sowohl journalistische als auch wissenschaftliche Texte und tritt in unterschiedlichen Medienformaten mit seiner Expertise für psychische Gesundheit in Migrationszusammenhängen auf. Sein erstes Buch "Zusammenwachsen" wurde vielfach positiv rezensiert und gilt als wichtiger Beitrag zur Integrationsdebatte in Deutschland.
Kulturhaus Lÿz, St.-Johann-Str. 18, Siegen
0271/333-2448
[Karten]

© Cory Arcangel
19.09.2025 bis 27.09.2026
Di. bis So. und Feiertage 11 bis 18 Uhr / Do. bis 20 Uhr
End User
Cory ArcangelCory Arcangel ist Künstler, Komponist, Kurator und Unternehmer. Seit Ende der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit den Möglichkeiten auf digitalen Technologien basierter Kunst. In seinen Arbeiten setzt er sich mit Netzkunst, Internet- und Popkultur, experimenteller Musik sowie der Unterhaltungsindustrie auseinander. Arcangel wurde für seinen ganz eigenen künstlerischen Zugriff auf alte und neue digitale Technologien bekannt. Dabei sind die jeweiligen Medien immer Thema und Gegenstand zugleich. Mit einem fast archäologischen Ansatz untersucht er ihre Strukturen und „hackt” die visuelle Sprache von Software, Videospielen, sozialen Medien und maschinellem Lernen. Die Ausstellung „
End User“ bildet eine Schnittstelle zwischen Innen- und Außenraum, statischen und dynamischen LED-Screens, medialer und räumlicher Erfahrung, sowie kunsthistorischer und kommerzieller Bildproduktion. Sie spiegelt den Zustand und die Effekte gegenwärtiger Bildproduktion wider. Wie der Titel bereits andeutet, steht dabei die Frage nach dem Endnutzer des Ausgangsmaterials sowie seiner künstlerischen Übersetzung im Mittelpunkt der Präsentation. Kuratiert von Thomas Thiel
Museum für Gegenwartskunst, Unteres Schloss 1, Siegen
0271 405 77 10